Die natürlichen Zerfallsreihen

Es existieren auf der Erde zahlreiche natürliche aber auch künstlich erzeugte Radonisotope. Jedoch ist, soweit man über das Element Radon spricht, in der Regel vom Radioisotop Rn-222 die Rede. Dieses Isotop ist für die Erhöhung des Lungenkrebsrisikos hauptsächlich relevant. Rn-220 entstammend aus der Thorium-Reihe stellt nur in Einzelfällen, z.B. bei Lehmbauten und bei fehlender oder poröser Bodenplatte, eine Erhöhung des Lungenkrebsrisikos dar.

 

Aus der natürlichen Uran-238-Reihe entstammt Radon-222

Natürliche Uran-238 Zerfallsreihe

Uran-238 ist der Ausgangspunkt für die Entstehung des radioaktiven Gases Radon-222. Das Uran-Isotop befindet sich in unterschiedlicher Konzentration im Bodengrund. Im Mittel beträgt die Häufigkeit von Uran-238 etwa 2 ppm in der Erdkruste. Deutschlandweit kann dieser Durchschnittswert lokal um weit über das Millionenfache steigen. Die nebenstehende Zerfallsreihe zeigt die natürliche Uran-238-Zerfallsreihe und die dosisrelevanten Zerfallsprodukte (kurzlebige hochenergetische Alphastrahler) des Radon-222.

 

Aus der natürlichen Thorium-232-Reihe entstammt Radon-220 (Thoron)

Natürliche Thorium-232 Zerfallsreihe

Das Vorkommen in der Erdkruste von Thorium-232 ist doppelt bis drei Mal häufiger als Uran. Die Emanation des aus Thorium entstehenden Radon-220 hat eine zu geringe Halbwertszeit und Lebensdauer, um aus dem Bodengrund in das Gebäude zu entweichen. Daher spielt dieses Gas nur eine gesundheits-schädigende Rolle, falls die Bausubstanz mit Thorium angereichert ist und das Gas direkt (z.B. aus den Wänden) in den Innenraum entweichen kann.

 

Aus der natürlichen Uran-Actinium-Reihe entstammt Radon-219 (Actinion)

Natürliche Uran-235 Zerfallsreihe

Uran-235 ist Bestandteil des natürlichen Urangehalts in der Erdkruste (ca. 0,7%) und Ausgangsisotop für das Radonisotop Rn-219 (Actinion). Die Halbwertszeit dieses Isotops ist zu kurz, um in Gebäude einzudringen und stellt daher unter gewöhnlichen Bedingungen kein Risiko für Lungenkrebs dar.