"Radon" und "Thoron"

Für die Innenraumbelastung durch Radon, im Sinne einer Ausgasung aus dem Erdreich in das Gebäude ist lediglich das Isotop Radon-222 relevant. Dieses spezielle Isotop wird daher allgemein einfach als "Radon" bezeichnet. Auch Richt- bzw. Grenzwerte und Empfehlungen für die Radonmessung orientieren sich ausschließlich an Radon-222. Nun hat Radon jedoch drei häufige, natürlich vorkommende Isotope. 

Warum wird für gewöhnlich nur Radon-222 berücksichtigt? Der Grund liegt in den Halbwertszeiten (T½).

 

Radon entsteht in allen drei natürlichen Zerfallsreihen Uran-238, Uran-235 und Thorium-232.

Isotop

Zerfallsreihe

Halbwertszeit

Radon-219

Uran-235 Zerfalls-Reihe

4 Sekunden

Radon-220

Thorium-232 Zerfalls-Reihe

1 Minute

Radon-222

Uran-238 Zerfalls-Reihe

3,8 Tage

 

Die Halbwertszeiten der beiden Isotope  Radon-220 (Thoron) und  Radon-219 (Actinon) sind zu kurz, um einen signifikanten Beitrag zur Innenraumbelastung zu leisten, da sie bis zum ausgasen aus der mineralischen Matrix und dem eindringen in den Keller oder Wohnbereich, bereits größtenteils zerfallen sind. Dies trifft vor allem auf Radon-219 zu, dessen Konzentration und Aktivität sich alle vier Sekunden halbiert.

 

Muss man sich um Thoron keine Sorgen machen?

 

Thorianit, auch Thoriumdioxid wird oft in Flussbetten aufgefunden und ist nur durch seine Radioaktivität zu identifizieren.

Thorianit (Thoriumdioxid)

Obwohl Thoron aus dem Erdreich aufgrund seiner geringen Halbwertszeit im Allgemeinen nicht in das Innere von Häusern vordringen kann, ist eine Innenraumbelastung unter Umständen dennoch möglich. Dies ist dann der Fall, wenn thoriumhaltige Minerale direkt im Haus gelagert werden. Dies geschieht meist unwissentlich, so z.B. als Monazitsand in Terrarien oder als Thorianit in Mineraliensammlungen. Neue Messergebnisse haben gezeigt, dass insbesondere in Lehmbauten der Thorongehalt mäßig bis stark erhöht ist. Einerseits enthält Lehm, je nach Herkunft, unterschiedliche Konzentrationen an Thorium, weiter kann aus dem porösen Baustoff das Thorongas direkt aus den Wänden in die Innenräume diffundieren. 

 


Bestimmung von Thoron-Konzentrationen

Ähnlich wie bei Radon-222 kann die Thoronaktivitätskonzentration mit speziellen Exposimetern oder durch Direktmessung bestimmt werden. Beide Messverfahren sind vom Aufwand und den Kosten vergleichbar, des weiteren können sie zeitgleich durchgeführt werden.