Die Entdeckung des Radons

Friedrich Ernst Dorn - Entdecker des Elementes Radon im Jahre 1900

Friedrich Ernst Dorn

Seit dem 15. Jahrhundert begann man zu erkennen, dass in Schneeberg im Erzgebirge, aber auch anderen Bergbauregionen, wie dem Sankt Joachimsthal (Karlsbad, Tschechien) sowie Ronneburg in Thüringen überdurchschnittlich viele Kumpel an immer gleichen Krankheitssymptomen erkrankten, welche stets rasch zum Tode führten. Da schon damals der eindeutige Zusammenhang zum Bergbau feststellbar war, wurde die Krankheit "Bergsucht" oder auch "Schneeberger Krankheit" genannt. Dabei handelte es sich um nichts anderes als durch Radon und dessen Folgeprodukte induzierten Lungenkrebs. Da damals weder das Element Radon noch die Radioaktivität im Allgemeinen bekannt waren, vermuteten die Ärzte Arsenstaub als Auslöser.


Viele Regionen in Deutschland, sind reich an Uranerz. Hierzu zählt Uranitit beziehungsweise Pechblende. Das Uran zerfällt über mehrere Stufen zu Radium und dieses anschließend zu Radon, welches als chemisch inertes Edelgas aus dem Gestein ausgasen (exhalieren) kann. In den damaligen nicht oder schlecht gelüfteten Bergbaustollen konnten sich so hohe Konzentrationen von Radongas ansammeln, sodass sich das Risiko als Bergarbeiter an Lungenkrebs zu erkranken deutlich erhöhte.


Radon wurde 1900 vom deutschen Physiker Friedrich Ernst Dorn entdeckt und ursprünglich lediglich als Radium-Emanation bezeichnet, da es sich beim Mutternuklid um Radium handelt. Ein weiterer historischer Name ist Niton. Die heute übliche Bezeichnung von Radon setzte sich erst 1923 als gebräuchlich durch.