Was ist Radon? Warum messen wir Radon?

Radium-226 zerfällt nach einer Halbwertszeit von etwa 1600 Jahren zu Radon-222 unter Aussetzung eines Alpha-Teilchens.

Radium-226 zerfällt zu Radon-222

Radon ist ein natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas der Ordnungszahl 86. Es ist geruchs- als auch geschmacklos, unsichtbar und geht chemisch unter Normalbedingungen keine Verbindungen mit anderen Stoffen ein. Radon entsteht durch den natürlichen, radioaktiven Zerfall von Uran und Thorium. Diese beiden Stoffe sind allgegenwärtig im Erdboden vorhanden. Die lokale Verteilung ist national wie international unterschiedlich stark ausgeprägt.

Außerhalb von Gebäuden durchmischt sich dieses Gas mit der Luft und wird stark verdünnt. Es stellt daher im Freien keine Gefahr für die Gesundheit dar. Dringt das radioaktive Edelgas jedoch ins Gebäude ein, reichert es sich dort an.

Pfade für das Eindringen des Gases in das Gebäude sind beispielsweise Risse in der Bodenplatte sowie Rohrdurchführungen. In einigen Gebäuden emaniert Radon auch aus der Bausubstanz wie Lehm, Natursteinverbauung (z.B. Granit) und Schlackefüllungen in Zwischenböden (sog. Fehlböden). 

Die beiden gesundheitlich relevanten Isotope stellen Radon-222 und Radon-220 dar. Diese treten am häufigsten auf und können aufgrund ihrer langen Halbwertszeit und dem kontinuierlichen Nachströmen in das Gebäude eindringen bzw. aus der Bausubstanz gasförmig austreten.

Veranschaulichung einer Emanations- und Migrationspfade von Radon vom Erdreich in Gebäude und an die Oberfläche

Radon: Emanations- und Migrationspfade

Die Radonaktivitätskonzentration in Wohngebäuden variiert deutlich über das Jahr hinweg. Zum Teil hängt die Konzentration vom individuellen Verhalten des Nutzers bzw. Bewohners ab. Hierzu zählen die Häufigkeit der Luftwechsel im Raum und der Aufenthalt in erdberührenden Räumen. Neben den nutzerspezifischen Faktoren haben auch umweltbedingte Einflüsse, Auswirkungen auf das Vorhandensein des radioaktiven Edelgases:

Neben dem natürlichen Uran- und Thoriumgehalt im Erdboden, nehmen die unterschiedliche Bodengängigkeit, Außentemperaturen, Luftfeuchte sowie Bodenerschütterungen durch öffentliche Verkehrsmittel und Baustellen Einfluss auf die Radonbelastung im Gebäude. 

Beim Zerfall vom radioaktiven Edelgas Radon entstehen weitere Elemente, die wiederum radioaktiv sind. Aufgrund des Zerfallsprozesses sind diese vorgenannten Folgeprodukte stark positiv geladen und können sich hierdurch an, in der Wohnung vorhandenen Aerosolen, wie Staub anlagern. Wird nun der belastete Staub eingeatmet, setzt dieser sich in der Lunge ab und bestrahlt das empfindliche Lungengewebe mit z.B. hochenergetischer Alphastrahlung. Dies führt zu einem großen Anteil an den weltweiten Lungenkrebs-erkrankungen (Bronchialkarzinom) und stellt den zweitgrößten Risikofaktor für Lungenkrebs dar. 

Für die krebserregende Wirkung von Radon und seinen Folgeprodukten gibt es keinen Schwellenwert, der eine bestimmte schädliche Konzentration in der Raumluft bestimmt. Dies bedeutet, dass auch der durch EU-Richtlinien festgelegte Richtwert von 300 Bq/m³ zu hoch angesetzt ist. 

Drei epidemiologische Untersuchungen konnten bereits eine Zunahme des Lungenkrebsrisikos bei permanenten Radonaktivitätskonzentrationen von weit unter 100 Bq/m³ nachweisen. Nach Angaben der WHO steigt das Lungenkrebsrisiko ab 100 Bq/m³ bereits signifikant an.

Rauchen ist hauptverantwortlich für die derzeit steigenden Lungenkrebs-Erkrankungen weltweit. Der Genuss von Tabak in Verbindung mit radonhaltiger Atemluft erhöht das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken überproportional. Lassen Sie daher insbesondere als Raucher die Radonaktivitätskonzentration in Ihren Wohnräumen überprüfen und vermeiden Sie es, in Innenräumen, mit erhöhten Radonwerten zu rauchen. 

Oft lässt sich bereits mit einfachen Mitteln die Radonaktivitäts-konzentration im Aufenthaltsbereich, auch ohne aufwändige Sanierungsmaßnahmen, deutlich verringern. 

Gehen Sie sicher und setzen Sie sich mit uns in Verbindung.